Im Anschluss an einen Social Media Walk durch die #StadtlaborDemokratie-Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt stellte sich die Fragen, wo man denn in der Frankfurter Innenstadt nach 20 Uhr noch gut Pommes futtern könne.
Five Guys? Leckere Pommes, aber zu viel Verpackung, der Laden zu laut und irgendwie ungemütlich. Birmingham Pub? Falsche Richtung und auch nicht so richtig gemütlich. Zeil 51? Ebenso. Es sollte schon irgendwas zum Hinsetzen sein. So kam dann der Vorschlag zur Cafe & Bar Celona, einer größeren Systemgastronomie am Friedrich-Stoltze-Platz.
Patatas Fritas
Der Laden übersichtlich, mit sehr vielen Sitzplätzen außen, innen Hektik. Bedienung freundlich und flink. Ein Donnerstag Abend in der Frankfurter Innenstadt, mit ordentlicher Lärmkulisse von halbstarken Harley-Fahrern. Toiletten gut erreichbar über eine kleine Treppe im Keller, dabei 3 Urinale und 2 Kabinen für Herren, 3 Kabinen für Damen. Toiletten mit Toilettendame und warmes Wasser aus dem Wasserhahn! Bei der Anzahl von Sitzplätzen etwas wenige Toiletten, aber die Wartezeiten waren trotzdem kurz.
Patatas Fritas in der Cafe & Bar Celona
Was haben wir bestellt? Natürlich die Pommes – Patatas Fritas – zu denen es verschiedene Saucen („Dips“) gibt, die in kleinen biologisch abbauren Tigeln serviert werden. Der Ketchup süß, aber schön fest, die Mayo gut. Die Schale wie auf dem Bild für 5,50 EUR. Für Pommes mit Sitzplatz, Aussicht und Toiletten nicht so verkehrt!
Die Pommes selber: Heiß, gut gewürzt, schön kross, innen weich. Im Abgang etwas Geschmack nach altem Öl, die Portionsgröße durchschnittlich. Typisch Systemgastronomie würde man wohl dazu sagen, alles sehr genormt und gleichförmig. Als Dip auch nur Mayo und Ketchup probiert.
Ketchup & Mayo in der Cafe & Bar Celona
Die Kollegin hatte gekochte Kartoffeln in der Schale (Patatas Arrugadas con Tomata), die eigentlich mit Salzkruste kommen sollten. Fand ich dann eher solala. Der Kollege hatte zu den Chili Fritten noch einen Cheeseburger, der sehr saftig aussah.
Die Wertung
Pommes: 6/10
Pommesöl: 5/10
Pommessalz: 8/10
Mayonnaise: 7/10
Bedienung: 9/10
Hygiene (Servietten, Mülleimer, Sauberkeit): 8/10
Geeinigt hatten wir uns auf der Pommesskala auf eine Wertung von 6/10 Pommessterne. Es ist gut, es ist das was man bestellt, es sättigt einigermaßen, aber auch nicht mehr und es fehlt etwas die Liebe. Die Pommes selber also nur mit 6/10, aber das Drumherum war wirklich nicht schlecht. Und was ich auch sehr schätze: Gute Servietten, die die richtige Größe haben und gut funktionieren.
Was ich jetzt im Nachhinein auch beeindruckend finde: Die Öffnungszeiten. Von 9 Uhr am Vormittag bis mindestens immer bis 1 Uhr, das ist schon gut. Gerade wo es in Frankfurt abends oft keine guten Locations gibt, wo man noch was futtern kann. Werde demnächst nochmal hin und wieder die Pommes testen. Vielleicht wandert die Wertung dann etwas rauf, der Rest stimmt nämlich. Preis-Leistung auch vollkommen ok.
Cafe & Bar Celona Frankfurt
Holzgraben 31
60313 Frankfurt
Mittwochabend, 14.10., der Geburtstag meiner 90jährigen Tante und von Grobi, dem Star aus der Sesamstraße. Grund genug also, den Tag mit einer ordentlichen Portion Pommes zu feiern.
Die Peergroup bei Twitter empfahl zuletzt Five Guys, diese amerikanische Fastfood-Kette mit Frankfurter Filiale an der Hauptwache. Ganz begeistert ist man vor allem von den Pommes, und die sollten auch eher gut sein, denn bei Five Guys beschränkt man sich auf Pommes, Hot Dogs und Burger.
Burger, Hot Dogs, Sandwiches, Fries, Getränke, Milkshakes („kostenlose Toppings“ ist auch so ein ghyler Alman-Trigger)
Die Frankfurter Filiale gibt es seit fast 3 Jahren, aber trotzdem ist es mein erster Besuch und dann noch in Corona-Zeiten, in denen ein anderes Hygienekonzept gilt. Aber das ist auch gut so, denn so wirkt alles viel hygienischer. Gerade bei Lebensmitteln, die mit den Fingern (also ohne Besteck) gegessen werden, ist eine gute Hygiene das A und O.
Direkt an der Hauptwache gelegen: Innen- und Außenbereich des Five Guys.
Jetzt in den Corona-Zeiten gibt es also die übliche Anmeldung über QR-Code am Eingang und man bekommt eine Tisch-Nr zugewiesen, an die später die Speisen geliefert werden. Wahlweise im Innen- oder Außenbereich. Der Innenraum im typischen Five Guys-Design, alles weiß-rot gekachelt, sehr schön hell erleuchtet (wichtig im Alter!), viel Platz, viel Raum, guter Abstand ist möglich und alle Oberflächen werden nach dem Besuch gereinigt.
Die Küche komplett einsehbar, das schafft Vertrauen.
Man bestellt also am Eingang und hat die Wahl zwischen Burgern und Pommes. Die Burger in „normaler“ Größe und in einer „Little“-Version. In dieser Little-Version ist nur ein Patty drin, sonst sind es zwei. Man kann bei der Zubereitung der Speisen zuschauen, die Küche ist (bis auf den Mindestabstand, siehe Bild) komplett einsehbar.
Beste Deko.
Die Pommes gibt es in drei verschiedenen Portionsgrößen, wir hatten 2x die mittlere Größe bestellt. Nach ein paar Minuten Wartezeit am Tisch und dem eigenen Auffüllen des Softdrinks am Automaten (richtig gut gemacht) wurde eine große, braune Papiertüte an den Tisch gebracht. Der Inhalt: Zwei Cheeseburger mit jeweils so ziemlich allen Belegen und zwei Becherchen mit Pommes sowie die gleiche Portion Pommes nochmal lose auf den in Alufolie verpackten Burgern.
Die Burger verstecken sich unter den Pommes…
Wie isst man diesen Kram jetzt? Ein Besteck gibt es nicht, höchstens große Papierstrohhalme. Also erstmal ab zur sauberen Toilette und dort mit warmem Wasser die Hände waschen. Die Toiletten übrigens sauber und ansprechend. Nur die Schwingtüren könnten noch automatisch öffnen, dann wäre es perfekt.
Servietten ohne Ende, aber die benötigt man auch.
Mit den sauberen Händen also die Papiertüte einreißen und sich zu den Burgern vorkämpfen. Die Burger selber triefen vor Flüssigkeit, rohe Zwiebeln, aber sonst schön kompakt, fast schon zu massiv. Hat man dem Burger also die nötige Aufmerksamkeit geschenkt, kann man sich endlich den Pommes widmen.
Little Cheeseburger
Die Pommes
Bei den Pommes im Five Guys handelt es sich um ungeschälte, dünne Fritten, die in Erdnussöl frittiert werden. Und das schmeckt erstaunlicherweise so gut, dass daraufhin drei Dinge festzustellen sind:
Sie sind so gut gewürzt (gesalzen), dass man eigentlich keine Sauce mehr dazu braucht. Die Mischung aus dem heißen Erdnussfrittenfett, der krossen Kartoffel und dem Salz ist ausreichend und gut. Ich finde das ist eine ganz erstaunliche Kombination, die mir bisher noch nicht so bewusst war.
Sie schmecken auch im kalten Zustand, wie meine Begleitung freudig feststellte. Das sollten sie auch, denn man kann diese schiere Menge an Pommes keineswegs alleine bzw. so zügig aufessen.
Durch das Erdnussöl schmecken sie nicht nach irgendwelchem alten Fett, das dann stundenlang im Magen liegt.
Bei Pommes gibt es auch öfter so kleine Stückchen, die vielleicht bei vielen industriellen Pommes gezielt aussortiert werden oder aus anderen Gründen nicht vorhanden sind. Oder sie sind nach dem Frittieren steinhart und ungenießbar. Hier jedoch waren alle Fritten so delikat und zart, dass es fast ein Genuss war, sie zu zerbeißen. Auch die Temperatur war genau richtig.
Kurzum: Die Pommes bei den Five Guys lohnen sich. Auch bei der Bewertung kamen wir schnell auf 9 von 10 möglichen Pommessternchen, und eigentlich wären es fast 9,5 oder 10, aber die Servierform mit diesem losen Haufen an Pommes im braunen Beutel (ja, das soll so) ist schon etwas derbe. Auch den Burger brauche ich nicht so, aber das ist Geschmackssache. Definitiv ein Fingerfood, auf das man Lust haben muss. Nix mit Pommesgabel oder Currywurst wie anner Frittenbude beim Heinz.
Stichwort Heinz: Ketchup und Pommesmayo gibt es zum Selberabfüllen am Tresen. Bei uns lagen die Saucen in kleinen Beuteln bei. Ich bin kein großer Fan von Heinz-Saucen, und dankenswerterweise schmecken die Pommes auch schon so, dass man sich dieses Heinz Tomato Ketchup und die Mayonnaise eigentlich sparen kann. Sie passen wirklich nicht so sehr zum Geschmack der Pommes und sind qualitativ auch weit von dem entfernt, was wir hier in Deutschland sonst an guten Mayos und gutem Ketchup kennen.
Die Saucen kann man sich sparen.
Was ich mir aber sehr gut vorstellen könnte: Die vegane Grüne Sauce aus eigener Herstellung (Gri Soß Kräuter, Kokosjoghurt, Mandeljoghurt, Senf, Salz, Pfeffer) müsste geschmacklich ideal zu diesen Pommes passen. Und daher werde ich demnächst – falls es in diesem Jahr nochmal besseres Wetter geben sollte – dorthin mit der Pommescrew (Grüße!) pilgern und die Pommes mit der eigenen GriSoß durchtesten. Genial fände ich übrigens auch ein Korianderpesto, welches geschmacklich auch gut passen würde.
Schön mit Cola Zero alles runterspülen.So ist es.
Das Publikum an diesem Abend übrigens (wie üblich) viele junge Männer, ein Tisch mit Business People, ein paar junge Mädels, wie in so einem typischen Diner vielleicht, wie wir es von Happy Days oder Twin Peaks kennen. Eigentlich fehlt nur noch eine Musikbox und ein Drehteller mit dem Kuchen des Tages. Dafür fehlt aber etwas gemütliches Flair.
Ein weiterer Kritikpunkt wären aus meiner Sicht vielleicht noch die Preise, die für „mal eben Pommes“ doch schon recht heftig sind. Für dieses „mal eben“ ist das, verbunden mit der Wartezeit, also eher nix. Wer aber etwas Zeit mitbringt und in Ruhe mit den Fingern gute Pommes essen möchte, für den ist das hier genau richtig. Beim nächsten Mal werde ich nur die Pommes bestellen und dazu etwas vegane Gri Soß mitbringen :-).
Nachtrag
Die Pommescrew hat noch drei interessante Punkte aufgezeigt, die ich hier noch ergänzen möchte und die bei der Bewertung zu berücksichtigen sind:
Die Lautstärke Früher, also vor Corona, war es wohl so, dass man am Tresen vorne bestellte und die Bestell-Nr. dann laut in den vollgepackten Laden gerufen wurde. Dadurch entstand wohl immer eine starke Lärmkulisse, die viele Leute genervt und abgeschreckt hat. Das war jetzt – dank Corona – gar nicht mehr der Fall, ist also eine Verbesserung. Sie hätten es damals auch über ein Display mit der Nummer machen können, aber diese Rustikalität gehörte wohl seinerzeit zum Vermarktungskonzept. Ich bin gespannt, ob sich das nochmal ändern wird, oder ob es fortan so ruhig und gesittet bleiben wird.
Der Verpackungsmüll Die Burger kamen verpackt in Alufolie, die Fritten im Pappbecher und in der braunen Tüte, die Strohhalme bestanden aus Pappe, die Abdeckungen der Getränke dagegen aus Kunststoff. Dieser Verpackungsmüll – trotz angekündigten Konsums vor Ort („zum Hieressen“) – erscheint eigentlich unnötig ist wohl auch wieder dem Vermarktungskonzept geschuldet. Im Gegensatz zu den anderen FastFood-Ketten erscheint es aber etwas ökologischer. Wenn die Alufolie und Kunststoffabdeckungen nicht wären, könnte man den Müll sogar auf einer MBA verrotten lassen, denn selbst die Servietten sind so dünne Lappen, die vermutlich relativ gut verrotten würden (was aber leider eh illusorisch ist, weil die MBAs einerseits zu kurze Durchlaufzeiten haben und andererseits die thermische Verwertung in Deutschland aus Kapazitätsgründen favorisiert wird). Die abgepackten Saucen empfinde ich auch als überflüssig. Am Ende ist es halt auch eine US-amerikanische Firma, die viel weniger in Stoffkreisläufen denkt. Hier würde ich mir eine Verbesserung wünschen, das gilt aber für alle Anbieter. Wer nur Pommes bestellt und diese im Pappbecher und braunen Beutel erhält, fährt damit schon recht gut (und besser als der Wettbewerb).
Das vegetarische Angebot Es gibt ein „Veggie Sandwich“ und Pommes, that’s it. Die Pommes sind mit Erdnussöl, also auch nix für Nuss-Allergiker. Für Veganer gehen hier eigentlich nur die Pommes und die Softdrinks. Klar, für vegetarische Angebote geht man vielleicht nicht unbedingt zu einem Burger-Laden, aber ich finde dass es da wenigstens einen vegetarischen Burger im Programm geben sollte, einfach um noch mehr Kunden anzusprechen. Bei den beiden großen bekannten Mitbewerbern klappt das ja auch ganz gut (und war in diesem Haushalt der einzige Grund, mal wieder zu McDreck zu gehen). Hier gibt es also noch Optimierungsbedarf.
Five Guys Zeil 127 60313 Frankfurt am Main Tel 069-15341260
Meine Mutter wollte mich ursprünglich mal „Hans” nennen, was ich jetzt gar nicht mehr so schlimm finde. Die Alternative „Amadeus” (äähh?) konnten ihr meine Großeltern glücklicherweise noch ausreden.
Hans also, Hans im Glück. So heißt auch ein Franchise-Restaurant in der Braubachstraße in der Frankfurter Innenstadt. Eine Systemgastronomie für Burger, mit einer großen Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten. Auf den Tischen vor und im Lokal stehen jeweils vier verschiedene Saucen und Ketchups, die allesamt vegan sind und das verspricht dann schon mal einen guten Anfang.
Die Speisekarte gibt es nur digital: Man muss mit seinem Smartphone einen QR-Code abfotografieren, der dann die digitale Speisekarte (PDF) öffnet. Die Bedienung flott und freundlich, selbst am Eingang wird man direkt empfangen und zu einem freien Tisch begleitet. Die Lage des Lokals am Anfang der Braubachstraße ist sehr gut, passt dort ideal zur üblichen Klientel in dieser Flaniermeile und lädt zum Verweilen ein. Grund genug also, das Angebot in geselliger Runde mit anderen Expertinnen anzutesten.
1 Pfund Pommes (Fritten)
Neben diversen Burgern gibt es hier natürlich auch noch Pommes, also normale Kartoffelspalten und Süßkartoffeln. Die Pommes dabei entweder als Beilagen-Portion (eine Schüssel voll) ODER, und jetzt kommt es, als „1 Pfund Pommes”. 1 Pfund Pommes (6,50 EUR) entsprechen dabei einer üppigen Portion, die wirklich satt machen kann und einen ganzen Teller füllt. Siehe Fotos!
1 Pfund Pommes mit leckerer Kräutersauce
Zu den Pommes gibt es eine Auswahl an verschiedenen Saucen, von denen eine pro Portion bei der Bestellung ausgewählt wird. Wir hatten uns für eine Kräutersauce und die „Hans-im-Glück“-Sauce entschieden. Die Kräutersauce übrigens recht lecker: Feine Kräuter (ohne Dill!) in Öl und mit viel Knoblauch à la mojo verde. Die Hans im Glück-Sauce dagegen eher enttäuschend, relativ fest und fad.
Ganz anders dagegen die Auswahl an fertigen Saucen, von denen vor allem die „würzige Grill Sosse“ (Karamell-Worchester-BBQ-Style) und die relativ saure „Fruchtige Orangen Senf Sosse“ erwähnenswert sind. Gerade die Orangen-Senf-Sosse erinnert entfernt an ein Chutney und kann durch den leichten Säuregrad gut punkten. Da geht aber auch noch mehr. Für den Anfang aber ok!
vier fertige Saucen zur Auswahl
Die eine Kollegin hatte sich für eine Portion Süßkartoffelpommes (4,90 EUR) entschieden, zu denen es ein Schälchen Guacamole gab, die mir auch sehr zugesagt hat. Übrigens auch wichtig und erwähnenswert, dass die Sauce in einer extra Schale serviert und nicht etwa auf den Pommes drapiert wurde. Aus meiner Sicht gibt es nichts Schlimmeres, als Pommes, die einer Sauce ertränkt wurden. Vielleicht auch einer der Gründe, wieso ich beim Frittenwerk bisher noch nicht vorbeischauen mochte.
Foto via Dings, merci
Als Spezialität haben wir uns auch noch frittierte (eingelegte) Gurkenstreifen im „Tempura-Teig“ bestellt, die anfangs etwas glitschig waren und schnell aus dem Teigmantel flutschten. Als die dann etwas auf dem Teller lagen und der Teig nachm Abkühlen anzog, waren sie etwas leichter zu essen. Gewürzgurken kühl und knackig oder frittiert sind eine feine Sache. Hier allerdings von einem Tempura-Teig zu sprechen, ist leider nicht ganz zutreffend, es ist vielmehr ein Bierteig – zumindest so wie es dem Gast vorgesetzt wird. Kann man also machen, passt vielleicht auch zu den üblichen Burgern, ist ganz nett. Weniger, feinerer, krosserer Teig hätte diesen Gurkenstreifen auch gut getan.
Hans im Glück Sauce rechts und dahinter frittierte Gurkenstreifen
Die Pommes selber waren ok: Dickere, ungeschälte Kartoffelspalten (mit dünner Schale) mit richtigem Bräunungsgrad und innen schön weich. Leider fehlte etwas Salz und sie waren zudem noch zu wenig heiß. Aber wir sind da mittlerweile auch von den Pommesbuden verwöhnt, die richtig heiße Pommes servieren. Systemgastronomie halt, man kommt hier nicht für die Pommes hin. Wir allerdings schon.
Es fehlt Salz!
Übrigens zum Pommessalz: Ein Bloggerkollege namens Pommes Män hat vor einiger Zeit eine eigene Mischung für sein Pommessalz veröffentlicht und diese habe ich jetzt schon öfter nachgemacht, sie ist wirklich ganz einfach zu realisieren. Man mischt dabei 2 EL normales Kochsalz mit 1 EL Paprika Edelsüß, 1 TL Knoblauchpulver/Zwiebelpulver und 1 TL Kurkuma und füllt diese Mischung in einen Streubehälter. Fertig. Passt perfekt, nicht nur zu Pommes! Gute Gewürze gibt es natürlich in jedem Asia Shop, wobei ich in Frankfurt hierfür öfter Spicelands in der Kaiserstraße empfehle, weil die auch eigene Mischungen unter ihrer Hausmarke anbieten, die teilweise noch besser schmecken (weil kürzere Lagerdauer als vom Großhändler).
In einem Lokal also, in dem bereits vier verschiedene (teilweise recht leckere) Saucen auf dem Tisch stehen und man sich auf Burger und Pommes spezialisiert haben möchte, könnte eigentlich auch mal gutes Pommessalz bereit stehen. Immerhin: Normales Meersalz gibt es.
1 PFUND POMMMMMMMEEEEEESSSSS!!!
Bewertung
Die Pommes alleine würden wir also mit 6 von 10 Pommessternchen bewerten, die Süßkartoffelpommes fand ich gar nicht mal so schlecht und sie würde ich ebenso mit 6 PS bewerten. Die eine Kollegin hatte sich noch einen Beilagensalat bestellt, der auch recht gut gewesen sein soll. Die frittierten Gurkenstreifen finde ich nett, aber maximal auch nur 6 Pommessternchen wert. Die gute Lage des Restaurants und das ganze Setup machen es aber wieder wett, so dass wir uns in der Gruppe am Ende auf 7 von 10 Pommessternchen geeinigt haben. Für die Pommes alleine wird man hier wohl nicht herkommen, wohl aber für Burger und die Sitzgelegenheit abseits der übervollen Einkaufsstraßen.
Die Toiletten im Keller übrigens nur über eine Wendeltreppe zu erreichen, daher nicht barrierefrei und auch sonst eher modern gehalten, mit mattschwarzen Oberflächen und Auslaufhähnen an den Waschbecken. Kann man machen und passt zum restlichen Interior Design des Lokals, brauche ich jetzt persönlich aber nicht so. Sauberkeit ok, es gibt keine Handtücher, nur Gebläse mit entsprechender Pfütze am Boden.
Fritten als Beilagenportion: 3,70 EUR 1 Pfund Fritten mit Soße nach Wahl: 6,50 EUR Süsskartoffel-Fritten als Beilagenportion: 4,90 EUR 1 Pfund Süsskartoffel-Fritten mit Soße nach Wahl: 9,20 EUR 1 Pfund gemischte Fritten mit Soße nach Wahl: 7,90 EUR
Die Portion Pommes für 2,50€ bei der Birmingham Kitchen
Nach den beiden Pommes-Verköstigungen auf der Zeil (Zeil51 und Zeil Express) darf in unserer Testreihe ganz gewiss nicht der Birmingham Pub mit seiner „Birmingham Kitchen“ fehlen: Der Birmingham Pub befand sich nämlich früher in einem der Pavillons auf der Zeil und verdankt diesem Umstand auch seinen Namen „Birmingham“.
Früher, so las ich es dieser Tage online, wurden die einzelnen Pavillons auf der Zeil nach den damaligen Partnerstädten Frankfurts benannt, und die Städtepartnerschaft mit Birmingham besteht seit April 1966. So kam der Pub zu seinem Namen und seit dem Umzug von der Zeil an die Battonstraße, ca. 230m südlich der Konstablerwache, direkt an der Haltestelle Börneplatz gelegen, kann der Birmingham Pub mittlerweile auf eine 38jährige Geschichte zurückblicken. Ob es dort schon immer Pommes gab?
Wir befinden uns hier auch unweit der Frankfurter Fahrgasse, die bis zum 2. WK die vermutlich wichtigste Nord-Süd-Achse der östlichen Innenstadt darstellte. Wer sich etwas für die Geschichte Frankfurts interessiert, wird die Lage vielleicht zu schätzen wissen und erahnen, dass wir uns hier an einem interessanten Ort befinden, was an der nach dem Krieg entstandenen Kurt-Schumacher-Straße eher selten vorkommt. Wir befinden uns hier zudem am westlichen Rand der ehemaligen Judengasse, auf der Gemarkung der Rosenberger Einung.
Gute Pommes
Der Birmingham Pub war vermutlich einer der ersten Orte in Frankfurt, an denen ich gute Pommes gegessen habe und an den ich hier auch immer wieder freudig aus diesem Grund zurückkehre. Sei es nach einer Nacht in der Stadt noch eine Portion Pommes zum Wegbier oder tagsüber auf eine kleine Pause abseits der Menschenmassen auf der Zeil: Beim Birmingham Pub wurde ich bei den Pommes noch nie enttäuscht, und das ist eigentlich erstaunlich, weil ich gewiss nicht zur üblichen Klientel des Pubs gehöre und eigentlich eher selten auf die Idee kommen würde, an so einer Eckbude Pommes zu tanken. Kann das denn überhaupt gut sein, bei all dem Verkehr und dem Lärm und dem ganzen Drumherum? Diese Ecke von Frankfurt ist häßlich und könnte so viel schöner aussehen. Wer kommt auf die Idee, hier an dieser viel befahrenen Kreuzung eine Pommesbude neben einem seltsam anmutenden Pub zu integrieren?
Die Speisekarte hängt rechts neben der Durchreiche
1x Pommes Mayo
Hungrig nach einem längeren Fußmarsch vom Frankfurter #Bhfsvrtl und auf der Suche nach einer Packung grünem Tee (Thai nguyễn aus Vietnam, den es normalerweise bei Yuan Fa für 3,50€ gibt), beschloss ich nach meiner Odyssee durch die Frankfurter Asia Shops im Bhfsvrtl und auf der Fahrgasse bei der Birmingham Kitchen eine Portion Pommes zu bestellen. Ich wurde freudig begrüßt und meine Bestellung (Pommes Mayo, 2,50€) wurde noch durch eine kalte Cola (2,30€) ergänzt.
Es gibt eigentlich nichts geileres, als kalte, süße Cola zu fiesen, fettigen Speisen zu kombinieren. Da darf man dann auch mal sündigen und es sich so richtig gönnen. Außerdem mache ich berufsbedingt sowieso gerade Intervallfasten, also nichts essen bis zum späten Nachmittag, weil ich einfach nicht dazu komme. Und da ich seit einigen Monaten fast kein Fleisch mehr esse und meinen Insulinspiegel auf einem stabilen Level halten möchte, sind diese Pommesexkursionen immer wohlüberlegte Ausnahmen und müssen dann auch schmecken. Lebbe zu kurz für ranzige Pommes!
Die frischen Pommes wurden aus einer Edelstahlschale portionsweise ins heiße Fett getaucht und nach ca. 5 Minuten Wartezeit auf einer kleinen Pappschale serviert. „Zum Hier essen oder Mitnehmen“, fragte mich der durchtrainierte Koch noch, und die Mitnehmvariante wäre wohl in einer Styroporschachtel erfolgt. Auf die Pommes gab es dann einen sehr großzügigen Klecks Mayo aus der Flasche. Alles nicht besonders fancy, die Pommes jetzt auch keine handgeschnitzten Kartoffelspalten aus Bioanbau und blabla, sondern halt so Tiefkühldinger, die bis zu ihrem Fettbad in Ruhe in dieser Edelstahlwanne auftauen. Die Portion für 2,50 EUR, wohlgemerkt. 2,50 EUR für diese Portion wie im Bild, ansonsten 3,70 EUR für eine doppelte Portion. Anscheinend gibt es hier auch diverse Burger und Fingerfood zu kaufen, aber ob die auch in dieser Küchenecke des Pubs zubereitet werden, habe ich leider nicht verfolgt. Mein Tischnachbar verschlang zumindest genüsslich seinen Fleischburger, der richtig gut aussah.
So, und jetzt kommt es aber: Der Geschmack dieser einfachen Pommes ist gut! Ich mache den Geschmack guter Pommes irgendwie an ihrem krossen Garzustand und dem _fehlenden_ Geschmack nach altem Öl fest. Vielleicht lag es jetzt auch an der Tageszeit (~16 Uhr) und dem Abverkauf, dass es hier im Gegensatz zu den beiden anderen o.g. Zeil-Buden so viel besser schmeckte. Ich kann aber bestätigen, dass ich hier Pommestechnisch noch nie enttäuscht wurde und es immer so gleichmäßig schmeckt (und übrigens auch bei Zeil51, denen ich vor drei Tagen nochmal eine Chance gegeben hatte – leider genau der gleiche Geschmack wie beim ersten Test nach altem Fett).
Für 2,50 EUR ist das hier eine absolut stabile Nummer, die genau so schmeckt wie sie im Bild aussieht. Nothing fancy, aber eben auch keine labberigen Schwimmbadpommes, um die irgendwelche Wespen schwirren, sondern frische, heiße, gut gesalzene Pommes aus industrieller Fertigung mit einer guten Mayo aus der Tube, die auf den heißen Pommes nicht in alle Richtungen zerfließt und ihre Viskosität behält. Das ist mir ein ganz wichtiger Punkt, denn in einer Sauce ertränkte Pommes sind mir zu matschig. Und übrigens Mayo aus der Tube: So eine Tube kann hygienischer sein als ein großer Eimer mit Pumpspender, weil im Laufe eines Tages eine Tube locker geleert werden kann und so ein Pumpspender vielleicht eher nicht (= und der Pumpspender vielleicht auch eher nicht gereinigt / durchgespült wird).
Ich würde diesem Pommesangebot also 7 von 10 Pommessternchen geben, weil sie mir einfach schmecken, nicht viel kosten und frisch zubereitet werden. Gute, solide Pommes für relativ wenig Geld.
Der Birmingham Pub öffnet gegen 13 Uhr und hat dann bis 6 Uhr am nächsten Morgen geöffnet. Und wenn es diesen Laden schon fast 40 Jahre lang gibt, dann müssen die wohl irgendwas richtig machen bei ihrem Angebot. Die Pommes sind es auf jeden Fall und ich kann die Pommes zumindest nur empfehlen.
Vor dem Imbissstand gibt es drei Bänke mit soliden Tischen, ansonsten an der Wand entlang noch eine stabile Edelstahlleiste, die zugleich als Ablage dient und wo das erste Foto entstand. Es gewinnt hier alles keinen Schönheitspreis, und tagsüber zwischen dem Verkehr kommt vielleicht nicht jeder darauf, sich hier fix Pommes zu bestellen. Es funktioniert aber alles, ist also funktional. Toiletten nicht getestet, vermutlich innen im Lokal. Die Servietten übrigens auch aus stabilem Papier, die bei ihrer Benutzung nicht gleich zerfallen oder das Fett nur weiter verschmieren, sondern richtig aufsaugen.
Und zum Abschluss auch noch der wichtige Hinweis, dass mir schlechte Pommes oft noch Stunden später geschmacklich im Hals stecken oder schwer im Magen liegen. Das ist hier gar nicht der Fall, was vermutlich auch wieder am Zustands des Öls liegt. Vielleicht sollte man hier mal um 4 Uhr morgens vorbeischauen, nach einer langen Nacht und vielem Abverkauf. Aber dann muss es meistens nur noch sättigen.
Wie würdest Du diese Pommes bewerten? Schreib es in die Kommentare!
Update Juni 2024
Ich musste die Bewertung von 8/10 auf 7/10 absenken, weil die Qualität etwas nachgelassen hat. Schade!
Die gleiche Gegend wie beim letzten Mal (Zeil), eine ähnliche Uhrzeit (Samstag, 18-20 Uhr), auch wieder „1x Pommes mit Mayo“. Mit Mayo vor allem deswegen, weil es so eine cremige Emulsion in meiner Kindheit selten gab. Wir hatten ja nichts! Also jetzt wirklich nicht, aber das ist eine andere Story (die Pommes- und Ketchup-seitig durchaus interessant ist und in der so ein Luxus wie geile Mayonnaise nicht existierte).
1x also Pommes mit Mayo, bitte. Dieses Mal auf Empfehlung von @strmsn und von Frau Dings bei „Zeil Express“, einer Imbissbude am Hintereingang der „Zeil-Kitchen“, mit der sie sich anscheinend auch die gleiche Küche teilt.
Die Zeil-Kitchen ist insofern auch schon mal sympathisch, weil sie sich auf ein vegetarisches und veganes Angebot spezialisiert hat – dieses aber in seinem Marketing für den normalen Zeil-Besucher gar nicht so deutlich erkennen lässt. Das empfinde ich persönlich als wichtig, weil die pflanzenbasierte Küche für mich die Basis darstellt und alles andere (Fleisch, Fisch, Milch, Eier usw.) als einen Zusatz. „Veg* Marketing done right“, würde ich das nennen. Für mich ist das alles schon mindestens einen Punkt wert, der später dazugezählt werden kann.
XL Portion Pommes zu 2,50 EUR, die Pommes waren aber dünner als es hier im Bild erscheint.
1x XL Pommes mit Mayo
Die Bedienung sehr nett und freundlich, nimmt die Bestellung sofort auf und reißt eine Tüte abgepackter, dünner Pommes auf, die in der Küche frisch frittiert werden. Keine 3 Minuten später dann greift sie mit gummierten Händen in die Pommesschüssel und füllt ein weißes Tütchen aus Pergamentpapier mit der XL-Portion. Die Pommes heiß und fettig, gut gewürzt und füllen die Tüte bis zum Rand auf. Diese ist schnell durchgeweicht, es stehen aber ungebleichte Servietten bereit. Eine Pommesgabel gibt es leider nicht dazu, was sich als etwas unpraktisch erweist, weil die Pommes lang und dünn sind und dadurch schnell in der spitzen Tüten verschwinden. Vielleicht wäre das mit einem Pommes-Schiffchen nicht passiert, so wie bei Frau Dings im Tweet: Die Pommes auf einer Schale serviert, dadurch leichter zu essen und ganz ehrlich, sie sehen dort auch noch besser aus.
So hoffentlich auch beim nächsten Mal!
Anfangs wollte ich nur 6 von 10 Pommessternchen vergeben, weil der Konsum durch die fehlende Pommesgabel etwas erschwert wurde und die letzten Pommes tief in der ölgetränkten Tüte verschwanden. Aber diese Schale mit den Pommes (und der vermutlich veganen Mayo?) im letzten Bild (h/t Frau Dings) sieht so unfassbar gut aus, dass ich dort alleine schon vom Anblick her 8/10 vergeben würde und ihrem Punkteschema an der Stelle zustimme.
Ich würde mich auch hier also wieder auf mindestens 7 von 10 Pommessternchen festlegen wollen, allerdings aus ganz anderen Gründen als bei der Zeil 51: In der Zeil Kitchen (dem Hauptrestaurant nebenan) hatte ich mal vor einer Ewigkeit meinen ersten Beyond Meat Burger gegessen, und damals schon schmeckten die Pommes aus der vermutlich gleichen Fritteuse ganz wunderbar dazu. Bei meinem Test heute war das leider nicht so der Fall, aber ich versuche es gerne nochmal ein anderes Mal. Und dann ist da noch der eingangs erwähnte Bonuspunkt für das gute Marketing der pflanzenbasierten Küche, und das dann gerade auf der Zeil, DER Einkaufsstraße Frankfurts, auf der ganz anders konsumiert wird und Dinge anders erwartet werden. Hier also komplett nur auf eine pflanzenbasierte Küche zu setzen, das aber nach außen hin gar nicht so kommunizieren (wenn man jetzt mal vom Instagram-Kanal des Gastronomen absieht + in veg*-Kreisen ist die Location schon sehr gut ob ihres Angebots bekannt), das finde ich alles schon recht gut und stimmig. Ich werde hier auf jeden Fall nochmal zur Mittagszeiten die Pommes in Größe L probieren und nach einer Pommesgabel fragen. Die Öffnungszeiten sind übrigens ein klarer Indiz dafür, dass man hier nur die Laufkundschaft bedienen möchte und das Angebot auf ein paar wenige, transportable Gerichte spezialisiert hat, die sich modular zubereiten und servieren lassen.
Am südlichen Rand der Konstabler Wache befindet sich in der Zeil Nr. 51 eine Imbissstube mit einigen Stehplätzen draußen und drinnen, die sich auf den Verkauf von „Belgische Frische Pommes“ spezialisiert haben möchte. Dieser Stehimbiss ist räumlich abgegrenzt vom Restaurant nebenan unter der gleichen Adresse, es scheint aber dazu zu gehören.
Wer schon mal in Brüssel auf dem Place Jourdan beim Maison Antoinefrische, belgische Pommes bestellt hat, hat wohl eine gewisse Erwartungshaltung bezüglich belgischer Pommes. Die belgischen Pommes zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie doppelt (in Rinderfett!) frittiert werden und so besonders knusprig werden, während sie innen schön weich bleiben. Natürlich ist auch die Kartoffelsorte entscheidend, aber das landwirtschaftlich orientierte Belgien hat da eine sehr gute Eigenversorgung.
Zeil 51 also mit belgischen Pommes. Ob das jetzt wirklich „belgische Pommes“ sein sollen, oder ob es sich bei der Bezeichnung nur um eine ungeschützte Marketingbezeichnung handelt, kann ich nicht wirklich beurteilen, aber zumindest sind die Online-Bewertungen zur Zeil 51 eher sehr durchwachsen. Für manche Kunden sind es großartige Pommes, andere bemängeln das Personal oder die Hygiene.
Das Lokal ist direkt an der Konstabler Wache gelegen, die sich fest in den Pfoten der Konstimäuse befindet und die dort für Ordnung an den Gleisen sorgen. Wer auf der (abgefuckten) Zeil wirklich gerne essen geht, darf aus meiner Sicht keine zu hohen Erwartungen haben. Es ist einfach auch eine andere Klientel, mit eigener Konsumkultur, die ähnlich wie bei den anderen Restaurants in der gleichen Ecke primär ihre Bedürfnisse gestillt haben möchte.
Hier bei Zeil 51 sieht man die Art der Zubereitung, kann dem Koch bei der Herstellung direkt ins siedende Öl blicken und so selber beurteilen, welchen Weg die heißen Pommes aus dem Frittenfett in die Tüte nehmen. Das ist schon alles recht transparent, und die Preise (leider nicht abgebildet und online finde ich sie auch nicht) sind alle sehr deutlich auf einer sehr klar beschrifteten Tabelle abgebildet. Hier gibt es Pommes! Ein paar Getränke, ein paar Würste. Fertig. Aber es sind halt auch andere Pommes, als man das vielleicht von den geriffelten Dingern ausm Autobahn- oder Schwimmbadimbiss gewohnt ist. Und sie unterscheiden sich auch deutlich von den McDreck-Pommes.
Bei mir war es eine nette Bedienung, alles wurde frisch zubereitet.
Wenn sich ein Imbiss auf den Verkauf von primär frischen Pommes spezialisiert hat und diese in verschiedenen Größen (L, XL, XXL) und mit einer Reihe an verschiedenen Saucen verkauft, dann sollten die Pommes ohne alles schon ganz gut schmecken. Sie werden in der Tat frisch zubereitet, also vor den Gästen portionsweise frisch ein zweites Mal frittiert und haben dadurch auch die richtige Serviertemperatur. Das Pommessalz schmeckt und hat die richtige Stärke. Insofern alles gut. Aber der Geschmack lässt zu Wünschen übrig. Beim letzten Test (Samstagnachmittag, 18 Uhr) schmeckte es einfach nach zu altem Öl. Ich hatte meine Portion mit einem Schuss Mayo bestellt, die frisch aus einem Eimer gezapft wurde und in ihrer Viskosität genau richtig war. Sie gibt es auch in einer Light-Variante, was sich vermutlich auf den Öl-Gehalt bezieht. Es stehen noch eine ganze Reihe anderer Saucen zur Auswahl, aber ich bin da old-school und will ja primär die Pommes beurteilen. Das geht am besten ohne Saucen.
Für meine Portion Pommes in Größe L bezahlte ich jetzt 2,90 EUR, die Sauce für 0,50 EUR extra, serviert wurde alles – relativ umweltfreundlich – in einer Papiertüte und mit einem Holzpiekser. Ob sich das Geschmackserlebnis mit anderen, süßeren Saucen verändern würde? Das kann gut sein, wurde von mir aber noch nicht getestet.
Die drei Portionsgrößen im Pommesständer. Dahinter die verschiedenen Saucen.
Bei der Beurteilung tue ich mich etwas schwer. Einerseits bin ich mit dem Geschmackserlebnis nicht so glücklich und denke mir beim Verzehr die ganze Zeit, dass anderes Frittenfett sicherlich nochmal besser schmecken würde, oder dass es halt so ne typische Pommesbude ist, die vor allem durch ihre langen Öffnungszeiten (11-1 bzw. 4 Uhr) und durch die Lage an der Konsti punkten kann und dadurch sowieso ihre Laufkundschaft bekommt (nebenan befindet sich das „Nachtleben„).
Andererseits – so wurde mir von einer Twitterin zugetragen, die wenn dann nur dort ihre Pommes holt, weil sie es aus NRW so kennt – stimmen die Serviermenge, der Preis, die ruhige Lage abseits der Menschenmassen auf der Zeil und eben die Darreichungsform in einer Tüte, mit Servietten und Piekser/Pommesgabel. So wie man es auch von belgischen Fritten gewohnt ist. Auch die Einrichtung des Ladens ist zeitgemäß und praktikabel. Toiletten gibt es wohl im Restaurant nebenan. Der Ort ist auch ideal, weil zentral gelegen ohne Gedränge, an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt, Nachtclubs in der Nachbarschaft – alles wichtige Dinge, die auch den Geschmack der Pommes beeinflussen können, weil viel Abverkauf auch einfach zu einem anderen Geschmackserlebnis führen kann. Niemand mag alte Pommes.
Eine sehr ausreichende Größe L mit einem Schuss Mayo. In einer Sauce ertränkte Pommes mag ich gar nicht, was hier aber aufgrund der Viskosität der Mayo vollkommen ok war.
Ich würde daher im Frankfurter Vergleich großzügige 7 von 10 Pommessternchen verteilen wollen, aber dabei spielen diese Außenparameter wie die Lage, die moderaten Preise und die Darreichungsform ebenfalls eine Rolle. Rein geschmacklich wären wir hier aus meiner Sicht nur bei 5-6 von 10.
Würde ich hier wieder Pommes essen wollen? Ja, und auch nicht nur hungrig nach einer Partynacht in der Innenstadt, sondern auch wie vorhin hungrig nach einem langen Tag in der Stadt. Natürlich gibt es in räumlicher Nähe auch schöne Alternativen: Das Knolli in der B-Ebene der Konsti (kurze Öffnungszeiten), Zeil-Kitchen oder natürlich der Birmingham Pub am Börneplatz (5 Minuten Richtung Süden). Man muss aber wissen, was einen erwartet, und sollte dann nicht enttäuscht sein wenn es nicht belgisch schmeckt, oder nach zu altem Öl oder einfach nicht so wie man es sich in seiner Wunschvorstellung von den idealen Pommes erträumt hat.
Wie würdest Du diese Pommes bewerten? Schreib es in die Kommentare!
Nach dem zweimonatlichen Webmontag Frankfurt in der Brotfabrik Hausen e.V. treffen wir uns öfter beim Hamburger am Turm. Nicht weil diese Imbissbude so gut wäre, aber weil das einer der wenigen Läden in Frankfurt ist, der noch nach 22 Uhr geöffnet und halbwegs zentral gelegen ist. Parkmöglichkeiten gibt es direkt an der Hochstraße, die Imbissbude mit einigen Stehplätzen innen und Sitzplätzen außen befindet sich direkt an einem der Ausgänge der U-Bahnstation „Eschenheimer Tor“.
Zu den Pommes: Dünn, fettig, salzig, schmackhaft. Könnten auch bei McDreck aus der Friteuse kommen, also schon sehr ähnlich. Ketchup oder Mayo als Sauce verfügbar. Preislich liegen wir hier bei teuren 4.50 EUR, aber ganz ehrlich: Wer um 22 Uhr diese Pommes bestellt, will einfach nur etwas warmes futtern und dazu vielleicht noch mit ner Cola nachspülen. Pils und Ayran gäbe es aber auch – gekühlt, so wie es sein soll.
Leider gibt es in diesem Imbiss keine öffentlichen Toiletten und durch die Lage an der Eschenheimer Anlage ist das auch alles nicht so super hygienisch. Die Pommes oder vielleicht auch nur das Fett spürt man auch am nächsten Tag noch im Magen. Die Pommes gibt es auch noch in Kombination mit Burgern und einem Getränk als Menü. Die Speisekarte gibt es als PDF zum Herunterladen, die Website hier.
Bewertung: 5 von 10 Pommessternchen, weil sie der Hunger rein treibt und schön heiß und fettig serviert wird. Für „ach, lass uns doch endlich mal wieder Pommes essen gehen“ ist das aber eher nicht so geeignet. Für Nachtschwärmer*innen dagegen nahezu alternativlos, und dann passt es auch.
Hamburger am Turm Eschenheimer Anlagen, 60318 Frankfurt am Main