Hans im Glück

Meine Mutter wollte mich ursprünglich mal „Hans” nennen, was ich jetzt gar nicht mehr so schlimm finde. Die Alternative „Amadeus” (äähh?) konnten ihr meine Großeltern glücklicherweise noch ausreden.

Hans also, Hans im Glück. So heißt auch ein Franchise-Restaurant in der Braubachstraße in der Frankfurter Innenstadt. Eine Systemgastronomie für Burger, mit einer großen Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten. Auf den Tischen vor und im Lokal stehen jeweils vier verschiedene Saucen und Ketchups, die allesamt vegan sind und das verspricht dann schon mal einen guten Anfang.

Die Speisekarte gibt es nur digital: Man muss mit seinem Smartphone einen QR-Code abfotografieren, der dann die digitale Speisekarte (PDF) öffnet. Die Bedienung flott und freundlich, selbst am Eingang wird man direkt empfangen und zu einem freien Tisch begleitet. Die Lage des Lokals am Anfang der Braubachstraße ist sehr gut, passt dort ideal zur üblichen Klientel in dieser Flaniermeile und lädt zum Verweilen ein. Grund genug also, das Angebot in geselliger Runde mit anderen Expertinnen anzutesten.

1 Pfund Pommes (Fritten)

Neben diversen Burgern gibt es hier natürlich auch noch Pommes, also normale Kartoffelspalten und Süßkartoffeln. Die Pommes dabei entweder als Beilagen-Portion (eine Schüssel voll) ODER, und jetzt kommt es, als „1 Pfund Pommes”. 1 Pfund Pommes (6,50 EUR) entsprechen dabei einer üppigen Portion, die wirklich satt machen kann und einen ganzen Teller füllt. Siehe Fotos!

1 Pfund Pommes mit leckerer Kräutersauce

Zu den Pommes gibt es eine Auswahl an verschiedenen Saucen, von denen eine pro Portion bei der Bestellung ausgewählt wird. Wir hatten uns für eine Kräutersauce und die „Hans-im-Glück“-Sauce entschieden. Die Kräutersauce übrigens recht lecker: Feine Kräuter (ohne Dill!) in Öl und mit viel Knoblauch à la mojo verde. Die Hans im Glück-Sauce dagegen eher enttäuschend, relativ fest und fad.

Ganz anders dagegen die Auswahl an fertigen Saucen, von denen vor allem die „würzige Grill Sosse“ (Karamell-Worchester-BBQ-Style) und die relativ saure „Fruchtige Orangen Senf Sosse“ erwähnenswert sind. Gerade die Orangen-Senf-Sosse erinnert entfernt an ein Chutney und kann durch den leichten Säuregrad gut punkten. Da geht aber auch noch mehr. Für den Anfang aber ok!

vier fertige Saucen zur Auswahl

Die eine Kollegin hatte sich für eine Portion Süßkartoffelpommes (4,90 EUR) entschieden, zu denen es ein Schälchen Guacamole gab, die mir auch sehr zugesagt hat. Übrigens auch wichtig und erwähnenswert, dass die Sauce in einer extra Schale serviert und nicht etwa auf den Pommes drapiert wurde. Aus meiner Sicht gibt es nichts Schlimmeres, als Pommes, die einer Sauce ertränkt wurden. Vielleicht auch einer der Gründe, wieso ich beim Frittenwerk bisher noch nicht vorbeischauen mochte.

Foto via Dings, merci

Als Spezialität haben wir uns auch noch frittierte (eingelegte) Gurkenstreifen im „Tempura-Teig“ bestellt, die anfangs etwas glitschig waren und schnell aus dem Teigmantel flutschten. Als die dann etwas auf dem Teller lagen und der Teig nachm Abkühlen anzog, waren sie etwas leichter zu essen. Gewürzgurken kühl und knackig oder frittiert sind eine feine Sache. Hier allerdings von einem Tempura-Teig zu sprechen, ist leider nicht ganz zutreffend, es ist vielmehr ein Bierteig – zumindest so wie es dem Gast vorgesetzt wird. Kann man also machen, passt vielleicht auch zu den üblichen Burgern, ist ganz nett. Weniger, feinerer, krosserer Teig hätte diesen Gurkenstreifen auch gut getan.

Hans im Glück Sauce rechts und dahinter frittierte Gurkenstreifen

Die Pommes selber waren ok: Dickere, ungeschälte Kartoffelspalten (mit dünner Schale) mit richtigem Bräunungsgrad und innen schön weich. Leider fehlte etwas Salz und sie waren zudem noch zu wenig heiß. Aber wir sind da mittlerweile auch von den Pommesbuden verwöhnt, die richtig heiße Pommes servieren. Systemgastronomie halt, man kommt hier nicht für die Pommes hin. Wir allerdings schon.

Es fehlt Salz!

Übrigens zum Pommessalz: Ein Bloggerkollege namens Pommes Män hat vor einiger Zeit eine eigene Mischung für sein Pommessalz veröffentlicht und diese habe ich jetzt schon öfter nachgemacht, sie ist wirklich ganz einfach zu realisieren. Man mischt dabei 2 EL normales Kochsalz mit 1 EL Paprika Edelsüß, 1 TL Knoblauchpulver/Zwiebelpulver und 1 TL Kurkuma und füllt diese Mischung in einen Streubehälter. Fertig. Passt perfekt, nicht nur zu Pommes! Gute Gewürze gibt es natürlich in jedem Asia Shop, wobei ich in Frankfurt hierfür öfter Spicelands in der Kaiserstraße empfehle, weil die auch eigene Mischungen unter ihrer Hausmarke anbieten, die teilweise noch besser schmecken (weil kürzere Lagerdauer als vom Großhändler).

In einem Lokal also, in dem bereits vier verschiedene (teilweise recht leckere) Saucen auf dem Tisch stehen und man sich auf Burger und Pommes spezialisiert haben möchte, könnte eigentlich auch mal gutes Pommessalz bereit stehen. Immerhin: Normales Meersalz gibt es.

1 PFUND POMMMMMMMEEEEEESSSSS!!!

Bewertung

Die Pommes alleine würden wir also mit 6 von 10 Pommessternchen bewerten, die Süßkartoffelpommes fand ich gar nicht mal so schlecht und sie würde ich ebenso mit 6 PS bewerten. Die eine Kollegin hatte sich noch einen Beilagensalat bestellt, der auch recht gut gewesen sein soll. Die frittierten Gurkenstreifen finde ich nett, aber maximal auch nur 6 Pommessternchen wert. Die gute Lage des Restaurants und das ganze Setup machen es aber wieder wett, so dass wir uns in der Gruppe am Ende auf 7 von 10 Pommessternchen geeinigt haben. Für die Pommes alleine wird man hier wohl nicht herkommen, wohl aber für Burger und die Sitzgelegenheit abseits der übervollen Einkaufsstraßen.

Die Toiletten im Keller übrigens nur über eine Wendeltreppe zu erreichen, daher nicht barrierefrei und auch sonst eher modern gehalten, mit mattschwarzen Oberflächen und Auslaufhähnen an den Waschbecken. Kann man machen und passt zum restlichen Interior Design des Lokals, brauche ich jetzt persönlich aber nicht so. Sauberkeit ok, es gibt keine Handtücher, nur Gebläse mit entsprechender Pfütze am Boden.

Hans im Glück
Braubachstraße 1
60311 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: 12:00 bis min. 22:30 Uhr (Mo-So)
https://hansimglueck-burgergrill.de/

Fritten als Beilagenportion: 3,70 EUR
1 Pfund Fritten mit Soße nach Wahl: 6,50 EUR
Süsskartoffel-Fritten als Beilagenportion: 4,90 EUR
1 Pfund Süsskartoffel-Fritten mit Soße nach Wahl: 9,20 EUR
1 Pfund gemischte Fritten mit Soße nach Wahl: 7,90 EUR

Fries with one guy

Birmingham Kitchen

Die Portion Pommes für 2,50€ bei der Birmingham Kitchen

Nach den beiden Pommes-Verköstigungen auf der Zeil (Zeil51 und Zeil Express) darf in unserer Testreihe ganz gewiss nicht der Birmingham Pub mit seiner „Birmingham Kitchen“ fehlen: Der Birmingham Pub befand sich nämlich früher in einem der Pavillons auf der Zeil und verdankt diesem Umstand auch seinen Namen „Birmingham“.

Früher, so las ich es dieser Tage online, wurden die einzelnen Pavillons auf der Zeil nach den damaligen Partnerstädten Frankfurts benannt, und die Städtepartnerschaft mit Birmingham besteht seit April 1966.  So kam der Pub zu seinem Namen und seit dem Umzug von der Zeil an die Battonstraße, ca. 230m südlich der Konstablerwache, direkt an der Haltestelle Börneplatz gelegen, kann der Birmingham Pub mittlerweile auf eine 38jährige Geschichte zurückblicken. Ob es dort schon immer Pommes gab?

Wir befinden uns hier auch unweit der Frankfurter Fahrgasse, die bis zum 2. WK die vermutlich wichtigste Nord-Süd-Achse der östlichen Innenstadt darstellte. Wer sich etwas für die Geschichte Frankfurts interessiert, wird die Lage vielleicht zu schätzen wissen und erahnen, dass wir uns hier an einem interessanten Ort befinden, was an der nach dem Krieg entstandenen Kurt-Schumacher-Straße eher selten vorkommt. Wir befinden uns hier zudem am westlichen Rand der ehemaligen Judengasse, auf der Gemarkung der Rosenberger Einung.

Gute Pommes

Der Birmingham Pub war vermutlich einer der ersten Orte in Frankfurt, an denen ich gute Pommes gegessen habe und an den ich hier auch immer wieder freudig aus diesem Grund zurückkehre. Sei es nach einer Nacht in der Stadt noch eine Portion Pommes zum Wegbier oder tagsüber auf eine kleine Pause abseits der Menschenmassen auf der Zeil: Beim Birmingham Pub wurde ich bei den Pommes noch nie enttäuscht, und das ist eigentlich erstaunlich, weil ich gewiss nicht zur üblichen Klientel des Pubs gehöre und eigentlich eher selten auf die Idee kommen würde, an so einer Eckbude Pommes zu tanken. Kann das denn überhaupt gut sein, bei all dem Verkehr und dem Lärm und dem ganzen Drumherum? Diese Ecke von Frankfurt ist häßlich und könnte so viel schöner aussehen. Wer kommt auf die Idee, hier an dieser viel befahrenen Kreuzung eine Pommesbude neben einem seltsam anmutenden Pub zu integrieren?

Die Speisekarte hängt rechts neben der Durchreiche

1x Pommes Mayo

Hungrig nach einem längeren Fußmarsch vom Frankfurter #Bhfsvrtl und auf der Suche nach einer Packung grünem Tee (Thai nguyễn aus Vietnam, den es normalerweise bei Yuan Fa für 3,50€ gibt), beschloss ich nach meiner Odyssee durch die Frankfurter Asia Shops im Bhfsvrtl und auf der Fahrgasse bei der Birmingham Kitchen eine Portion Pommes zu bestellen. Ich wurde freudig begrüßt und meine Bestellung (Pommes Mayo, 2,50€) wurde noch durch eine kalte Cola (2,30€) ergänzt.

Es gibt eigentlich nichts geileres, als kalte, süße Cola zu fiesen, fettigen Speisen zu kombinieren. Da darf man dann auch mal sündigen und es sich so richtig gönnen. Außerdem mache ich berufsbedingt sowieso gerade Intervallfasten, also nichts essen bis zum späten Nachmittag, weil ich einfach nicht dazu komme. Und da ich seit einigen Monaten fast kein Fleisch mehr esse und meinen Insulinspiegel auf einem stabilen Level halten möchte, sind diese Pommesexkursionen immer wohlüberlegte Ausnahmen und müssen dann auch schmecken. Lebbe zu kurz für ranzige Pommes!

Die frischen Pommes wurden aus einer Edelstahlschale portionsweise ins heiße Fett getaucht und nach ca. 5 Minuten Wartezeit auf einer kleinen Pappschale serviert. „Zum Hier essen oder Mitnehmen“, fragte mich der durchtrainierte Koch noch, und die Mitnehmvariante wäre wohl in einer Styroporschachtel erfolgt. Auf die Pommes gab es dann einen sehr großzügigen Klecks Mayo aus der Flasche. Alles nicht besonders fancy, die Pommes jetzt auch keine handgeschnitzten Kartoffelspalten aus Bioanbau und blabla, sondern halt so Tiefkühldinger, die bis zu ihrem Fettbad in Ruhe in dieser Edelstahlwanne auftauen. Die Portion für 2,50 EUR, wohlgemerkt. 2,50 EUR für diese Portion wie im Bild, ansonsten 3,70 EUR für eine doppelte Portion. Anscheinend gibt es hier auch diverse Burger und Fingerfood zu kaufen, aber ob die auch in dieser Küchenecke des Pubs zubereitet werden, habe ich leider nicht verfolgt. Mein Tischnachbar verschlang zumindest genüsslich seinen Fleischburger, der richtig gut aussah.

So, und jetzt kommt es aber: Der Geschmack dieser einfachen Pommes ist gut! Ich mache den Geschmack guter Pommes irgendwie an ihrem krossen Garzustand und dem _fehlenden_ Geschmack nach altem Öl fest. Vielleicht lag es jetzt auch an der Tageszeit (~16 Uhr) und dem Abverkauf, dass es hier im Gegensatz zu den beiden anderen o.g. Zeil-Buden so viel besser schmeckte. Ich kann aber bestätigen, dass ich hier Pommestechnisch noch nie enttäuscht wurde und es immer so gleichmäßig schmeckt (und übrigens auch bei Zeil51, denen ich vor drei Tagen nochmal eine Chance gegeben hatte – leider genau der gleiche Geschmack wie beim ersten Test nach altem Fett).

Für 2,50 EUR ist das hier eine absolut stabile Nummer, die genau so schmeckt wie sie im Bild aussieht. Nothing fancy, aber eben auch keine labberigen Schwimmbadpommes, um die irgendwelche Wespen schwirren, sondern frische, heiße, gut gesalzene Pommes aus industrieller Fertigung mit einer guten Mayo aus der Tube, die auf den heißen Pommes nicht in alle Richtungen zerfließt und ihre Viskosität behält. Das ist mir ein ganz wichtiger Punkt, denn in einer Sauce ertränkte Pommes sind mir zu matschig. Und übrigens Mayo aus der Tube: So eine Tube kann hygienischer sein als ein großer Eimer mit Pumpspender, weil im Laufe eines Tages eine Tube locker geleert werden kann und so ein Pumpspender vielleicht eher nicht (= und der Pumpspender vielleicht auch eher nicht gereinigt / durchgespült wird).

Ich würde diesem Pommesangebot also 7 von 10 Pommessternchen geben, weil sie mir einfach schmecken, nicht viel kosten und frisch zubereitet werden. Gute, solide Pommes für relativ wenig Geld.

Der Birmingham Pub öffnet gegen 13 Uhr und hat dann bis 6 Uhr am nächsten Morgen geöffnet. Und wenn es diesen Laden schon fast 40 Jahre lang gibt, dann müssen die wohl irgendwas richtig machen bei ihrem Angebot. Die Pommes sind es auf jeden Fall und ich kann die Pommes zumindest nur empfehlen.

Vor dem Imbissstand gibt es drei Bänke mit soliden Tischen, ansonsten an der Wand entlang noch eine stabile Edelstahlleiste, die zugleich als Ablage dient und wo das erste Foto entstand. Es gewinnt hier alles keinen Schönheitspreis, und tagsüber zwischen dem Verkehr kommt vielleicht nicht jeder darauf, sich hier fix Pommes zu bestellen. Es funktioniert aber alles, ist also funktional. Toiletten nicht getestet, vermutlich innen im Lokal. Die Servietten übrigens auch aus stabilem Papier, die bei ihrer Benutzung nicht gleich zerfallen oder das Fett nur weiter verschmieren, sondern richtig aufsaugen.

Und zum Abschluss auch noch der wichtige Hinweis, dass mir schlechte Pommes oft noch Stunden später geschmacklich im Hals stecken oder schwer im Magen liegen. Das ist hier gar nicht der Fall, was vermutlich auch wieder am Zustands des Öls liegt. Vielleicht sollte man hier mal um 4 Uhr morgens vorbeischauen, nach einer langen Nacht und vielem Abverkauf. Aber dann muss es meistens nur noch sättigen.

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Update Juni 2024

Ich musste die Bewertung von 8/10 auf 7/10 absenken, weil die Qualität etwas nachgelassen hat. Schade!

Zeil Express

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Zeil Express: Veg* Angebote!

Die gleiche Gegend wie beim letzten Mal (Zeil), eine ähnliche Uhrzeit (Samstag, 18-20 Uhr), auch wieder „1x Pommes mit Mayo“. Mit Mayo vor allem deswegen, weil es so eine cremige Emulsion in meiner Kindheit selten gab. Wir hatten ja nichts! Also jetzt wirklich nicht, aber das ist eine andere Story (die Pommes- und Ketchup-seitig durchaus interessant ist und in der so ein Luxus wie geile Mayonnaise nicht existierte).

1x also Pommes mit Mayo, bitte. Dieses Mal auf Empfehlung von @strmsn und von Frau Dings bei „Zeil Express“, einer Imbissbude am Hintereingang der „Zeil-Kitchen“, mit der sie sich anscheinend auch die gleiche Küche teilt.

Die Zeil-Kitchen ist insofern auch schon mal sympathisch, weil sie sich auf ein vegetarisches und veganes Angebot spezialisiert hat – dieses aber in seinem Marketing für den normalen Zeil-Besucher gar nicht so deutlich erkennen lässt. Das empfinde ich persönlich als wichtig, weil die pflanzenbasierte Küche für mich die Basis darstellt und alles andere (Fleisch, Fisch, Milch, Eier usw.) als einen Zusatz. „Veg* Marketing done right“, würde ich das nennen. Für mich ist das alles schon mindestens einen Punkt wert, der später dazugezählt werden kann.

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XL Portion Pommes zu 2,50 EUR, die Pommes waren aber dünner als es hier im Bild erscheint.

1x XL Pommes mit Mayo

Die Bedienung sehr nett und freundlich, nimmt die Bestellung sofort auf und reißt eine Tüte abgepackter, dünner Pommes auf, die in der Küche frisch frittiert werden. Keine 3 Minuten später dann greift sie mit gummierten Händen in die Pommesschüssel und füllt ein weißes Tütchen aus Pergamentpapier mit der XL-Portion. Die Pommes heiß und fettig, gut gewürzt und füllen die Tüte bis zum Rand auf. Diese ist schnell durchgeweicht, es stehen aber ungebleichte Servietten bereit. Eine Pommesgabel gibt es leider nicht dazu, was sich als etwas unpraktisch erweist, weil die Pommes lang und dünn sind und dadurch schnell in der spitzen Tüten verschwinden. Vielleicht wäre das mit einem Pommes-Schiffchen nicht passiert, so wie bei Frau Dings im Tweet: Die Pommes auf einer Schale serviert, dadurch leichter zu essen und ganz ehrlich, sie sehen dort auch noch besser aus.

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So hoffentlich auch beim nächsten Mal!

Anfangs wollte ich nur 6 von 10 Pommessternchen vergeben, weil der Konsum durch die fehlende Pommesgabel etwas erschwert wurde und die letzten Pommes tief in der ölgetränkten Tüte verschwanden. Aber diese Schale mit den Pommes (und der vermutlich veganen Mayo?) im letzten Bild (h/t Frau Dings) sieht so unfassbar gut aus, dass ich dort alleine schon vom Anblick her 8/10 vergeben würde und ihrem Punkteschema an der Stelle zustimme.

Ich würde mich auch hier also wieder auf mindestens 7 von 10 Pommessternchen festlegen wollen, allerdings aus ganz anderen Gründen als bei der Zeil 51: In der Zeil Kitchen (dem Hauptrestaurant nebenan) hatte ich mal vor einer Ewigkeit meinen ersten Beyond Meat Burger gegessen, und damals schon schmeckten die Pommes aus der vermutlich gleichen Fritteuse ganz wunderbar dazu. Bei meinem Test heute war das leider nicht so der Fall, aber ich versuche es gerne nochmal ein anderes Mal. Und dann ist da noch der eingangs erwähnte Bonuspunkt für das gute Marketing der pflanzenbasierten Küche, und das dann gerade auf der Zeil, DER Einkaufsstraße Frankfurts, auf der ganz anders konsumiert wird und Dinge anders erwartet werden. Hier also komplett nur auf eine pflanzenbasierte Küche zu setzen, das aber nach außen hin gar nicht so kommunizieren (wenn man jetzt mal vom Instagram-Kanal des Gastronomen absieht + in veg*-Kreisen ist die Location schon sehr gut ob ihres Angebots bekannt), das finde ich alles schon recht gut und stimmig. Ich werde hier auf jeden Fall nochmal zur Mittagszeiten die Pommes in Größe L probieren und nach einer Pommesgabel fragen. Die Öffnungszeiten sind übrigens ein klarer Indiz dafür, dass man hier nur die Laufkundschaft bedienen möchte und das Angebot auf ein paar wenige, transportable Gerichte spezialisiert hat, die sich modular zubereiten und servieren lassen.

Zeil Express
Zeil 92
Öffnungszeiten: Mo-Sa 11:00-19:00 Uhr

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Zeil51: „Belgische Frische Pommes“

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Am südlichen Rand der Konstabler Wache befindet sich in der Zeil Nr. 51 eine Imbissstube mit einigen Stehplätzen draußen und drinnen, die sich auf den Verkauf von „Belgische Frische Pommes“ spezialisiert haben möchte. Dieser Stehimbiss ist räumlich abgegrenzt vom Restaurant nebenan unter der gleichen Adresse, es scheint aber dazu zu gehören.

Wer schon mal in Brüssel auf dem Place Jourdan beim Maison Antoine frische, belgische Pommes bestellt hat, hat wohl eine gewisse Erwartungshaltung bezüglich belgischer Pommes. Die belgischen Pommes zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie doppelt (in Rinderfett!) frittiert werden und so besonders knusprig werden, während sie innen schön weich bleiben. Natürlich ist auch die Kartoffelsorte entscheidend, aber das landwirtschaftlich orientierte Belgien hat da eine sehr gute Eigenversorgung.

Zeil 51 also mit belgischen Pommes. Ob das jetzt wirklich „belgische Pommes“ sein sollen, oder ob es sich bei der Bezeichnung nur um eine ungeschützte Marketingbezeichnung handelt, kann ich nicht wirklich beurteilen, aber zumindest sind die Online-Bewertungen zur Zeil 51 eher sehr durchwachsen. Für manche Kunden sind es großartige Pommes, andere bemängeln das Personal oder die Hygiene.

Das Lokal ist direkt an der Konstabler Wache gelegen, die sich fest in den Pfoten der Konstimäuse befindet und die dort für Ordnung an den Gleisen sorgen. Wer auf der (abgefuckten) Zeil wirklich gerne essen geht, darf aus meiner Sicht keine zu hohen Erwartungen haben. Es ist einfach auch eine andere Klientel, mit eigener Konsumkultur, die ähnlich wie bei den anderen Restaurants in der gleichen Ecke primär ihre Bedürfnisse gestillt haben möchte.

Hier bei Zeil 51 sieht man die Art der Zubereitung, kann dem Koch bei der Herstellung direkt ins siedende Öl blicken und so selber beurteilen, welchen Weg die heißen Pommes aus dem Frittenfett in die Tüte nehmen. Das ist schon alles recht transparent, und die Preise (leider nicht abgebildet und online finde ich sie auch nicht) sind alle sehr deutlich auf einer sehr klar beschrifteten Tabelle abgebildet. Hier gibt es Pommes! Ein paar Getränke, ein paar Würste. Fertig. Aber es sind halt auch andere Pommes, als man das vielleicht von den geriffelten Dingern ausm Autobahn- oder Schwimmbadimbiss gewohnt ist. Und sie unterscheiden sich auch deutlich von den McDreck-Pommes.

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Bei mir war es eine nette Bedienung, alles wurde frisch zubereitet.

Wenn sich ein Imbiss auf den Verkauf von primär frischen Pommes spezialisiert hat und diese in verschiedenen Größen (L, XL, XXL) und mit einer Reihe an verschiedenen Saucen verkauft, dann sollten die Pommes ohne alles schon ganz gut schmecken. Sie werden in der Tat frisch zubereitet, also vor den Gästen portionsweise frisch ein zweites Mal frittiert und haben dadurch auch die richtige Serviertemperatur. Das Pommessalz schmeckt und hat die richtige Stärke. Insofern alles gut. Aber der Geschmack lässt zu Wünschen übrig. Beim letzten Test (Samstagnachmittag, 18 Uhr) schmeckte es einfach nach zu altem Öl. Ich hatte meine Portion mit einem Schuss Mayo bestellt, die frisch aus einem Eimer gezapft wurde und in ihrer Viskosität genau richtig war. Sie gibt es auch in einer Light-Variante, was sich vermutlich auf den Öl-Gehalt bezieht. Es stehen noch eine ganze Reihe anderer Saucen zur Auswahl, aber ich bin da old-school und will ja primär die Pommes beurteilen. Das geht am besten ohne Saucen.

Für meine Portion Pommes in Größe L bezahlte ich jetzt 2,90 EUR, die Sauce für 0,50 EUR extra, serviert wurde alles – relativ umweltfreundlich – in einer Papiertüte und mit einem Holzpiekser. Ob sich das Geschmackserlebnis mit anderen, süßeren Saucen verändern würde? Das kann gut sein, wurde von mir aber noch nicht getestet.

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Die drei Portionsgrößen im Pommesständer. Dahinter die verschiedenen Saucen.

Bei der Beurteilung tue ich mich etwas schwer. Einerseits bin ich mit dem Geschmackserlebnis nicht so glücklich und denke mir beim Verzehr die ganze Zeit, dass anderes Frittenfett sicherlich nochmal besser schmecken würde, oder dass es halt so ne typische Pommesbude ist, die vor allem durch ihre langen Öffnungszeiten (11-1 bzw. 4 Uhr) und durch die Lage an der Konsti punkten kann und dadurch sowieso ihre Laufkundschaft bekommt (nebenan befindet sich das „Nachtleben„).

Andererseits – so wurde mir von einer Twitterin zugetragen, die wenn dann nur dort ihre Pommes holt, weil sie es aus NRW so kennt – stimmen die Serviermenge, der Preis, die ruhige Lage abseits der Menschenmassen auf der Zeil und eben die Darreichungsform in einer Tüte, mit Servietten und Piekser/Pommesgabel. So wie man es auch von belgischen Fritten gewohnt ist. Auch die Einrichtung des Ladens ist zeitgemäß und praktikabel. Toiletten gibt es wohl im Restaurant nebenan. Der Ort ist auch ideal, weil zentral gelegen ohne Gedränge, an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt, Nachtclubs in der Nachbarschaft – alles wichtige Dinge, die auch den Geschmack der Pommes beeinflussen können, weil viel Abverkauf auch einfach zu einem anderen Geschmackserlebnis führen kann. Niemand mag alte Pommes.

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Eine sehr ausreichende Größe L mit einem Schuss Mayo. In einer Sauce ertränkte Pommes mag ich gar nicht, was hier aber aufgrund der Viskosität der Mayo vollkommen ok war.

Ich würde daher im Frankfurter Vergleich großzügige 7 von 10 Pommessternchen verteilen wollen, aber dabei spielen diese Außenparameter wie die Lage, die moderaten Preise und die Darreichungsform ebenfalls eine Rolle. Rein geschmacklich wären wir hier aus meiner Sicht nur bei 5-6 von 10.

Würde ich hier wieder Pommes essen wollen? Ja, und auch nicht nur hungrig nach einer Partynacht in der Innenstadt, sondern auch wie vorhin hungrig nach einem langen Tag in der Stadt. Natürlich gibt es in räumlicher Nähe auch schöne Alternativen: Das Knolli in der B-Ebene der Konsti (kurze Öffnungszeiten), Zeil-Kitchen oder natürlich der Birmingham Pub am Börneplatz (5 Minuten Richtung Süden). Man muss aber wissen, was einen erwartet, und sollte dann nicht enttäuscht sein wenn es nicht belgisch schmeckt, oder nach zu altem Öl oder einfach nicht so wie man es sich in seiner Wunschvorstellung von den idealen Pommes erträumt hat.

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